ICH FINDE EINEN IGEL

Der Igel gehört zu den besonders geschützten Tierarten und ist kein Haustier. Verletzte, kranke oder hilflose Tiere kann man bei sich aufnehmen um sie gesund zu pflegen oder aufzuziehen, sie sind aber unverzüglich in die Freiheit zu entlassen, sobald sie dort lebensfähig sind.Im Spätherbst findet man oft Kleinigel unter 500g Körpergewicht, diese sollte man über den Winter großziehen da sie in der freien Natur noch nicht überwintern können. Ein gesunder Igel hat glänzende, hervorstehende Augen, eine feuchte Nase und reagiert blitzschnell bei drohender Gefahr mit Einrollen und Aufstellen der Stacheln.
Wird nun ein kranker oder geschwächter Igel aufgefunden und betreut, so bringt man den kleinen Findling am besten in einem nach oben geschlossenen Kistchen, mit einem Schlupfloch zum Aus-und Eingehen unter. Als Unterlage dient am besten zerknülltes Zeitungspapier. Igel sind wärmeliebend, die optimale Umgebungstemperatur beträgt ca. 20°C. Tagsüber schlafen die Igel, daher füttert man erst abends. Hierbei sollten sie auch Möglichkeiten zu einem kleinen Auslauf haben. Igel sind Insektenfresser, als Nahrung kann man ihnen Dosenfutter für Hunde oder Katzen, aber auch faschiertes Fleisch, gekochte Eier, denen man Ballaststoffe, wie z.B. Karotten untermischt, anbieten. Gerne nehmen sie auch frisches Obst auf.
Nicht übermäßig füttern (maximal 1 gehäufter Eßlöffel pro Tag)! Zum Trinken brauchen die Igel frisches Wasser, Milch sollte nicht gegeben werden. Als Ersatz für Igel-Muttermilch kann man Milchaufzuchtpräparate für Hunde oder Katzen geben (zum Anrühren des Milchpulvers hat sich Fencheltee bewährt). Nahezu alle freilebenden Igel sind mit Ektoparasiten wie Flöhen, Zecken und manchmal auch von Fliegenmaden befallen. Auf jeden Fall sollte man hier den Tierarzt aufsuchen. Nach gut überstandenem Winter sollte der Igel im Frühjahr möglichst bald wieder in die Freiheit entlassen werden.